Zum neuen Klosterdorfer Ortswappen

 

 

Der Gedanke, dass Klosterdorf ein Ortswappen führen sollte, entstand Anfang 1995 in einer Gemeindevertretersitzung. Das Festkomitee zur 750-Jahr-Feier nahm sich der Sache an und hatte schließlich drei Entwürfe zur Auswahl vorliegen. Einer davon fand Anfang 1996 in einer Bürgerbefragung den meisten Zuspruch und wurde zur Genehmigung eingereicht.

Leider entsprach dieser Vorschlag nicht allen Regeln der Wappenkunst und auch nicht den Vorgaben, die derzeit für Dorfwappen gelten, so dass er von der fachlich zuständigen Instanz nicht befürwortet, sondern im November 1996 abgelehnt wurde.

In einem zweiten Anlauf entschieden sich die Gemeindevertreter für einen Entwurf von Rolf Barthel (Strausberg) und fassten dazu am 13. Mai 1997 einen Beschluss.

Der über das Amt Märkische Schweiz an das brandenburgische Innenministerium geleitete Antrag hatte diesmal Erfolg. Wappen wurden im Mittelalter zuerst von den Rittern als Unterscheidungszeichen getragen (vor allem auf dem Schild), um in einem Kampf nicht auf den Falschen einzuschlagen, denn eingehüllt in Helm und Panzer, waren sie für andere völlig unkenntlich. Später dienten Wappen auch als Hoheitszeichen von Ländern, Städten, Bistümern, Zünften u.a. - Dorfwappen waren bis in unser Jahrhundert hinein relativ selten; gegenwärtig kommen sie immer häufiger in Gebrauch. Die Wappengestaltung richtet sich nach historisch entstandenen, inzwischen verbindlich gewordenen Regeln, mit denen sich eine besondere Wissenschaft, die Heraldik (Wappenkunde und Wappenkunst), beschäftigt.

Seit langem ist es üblich, in den Figuren und Bildern eines Wappens die markanten Eigenschaften oder den Namen des Trägers symbolhaft anzudeuten.

Dabei ist es eine heraldische Grundregel, dass Wappen einfach, klar und übersichtlich gestaltet sein sollen. Das neue Klosterdorfer Wappen entspricht dieser Forderung. Die Farbe Grün und die drei fächerförmig gestellten goldenen Ähren stehen für den dörflichen Charakter und das landwirtschaftliche Gepräge des Ortes; der relativ selten verwandte Kreuzzinnenschnitt, mit dem das silberne Schildhaupt (= das knappe obere Drittel des Schildes) abgeteilt ist, symbolisiert die Jahrhunderte lange Zugehörigkeit des Dorfes zu einem Kloster, was sich ja auch im Namen des Ortes widerspiegelt.

Die Farben eines Wappens lassen sich auch in Schwarz-Weiß mit Hilfe der ebenfalls festgelegten heraldischen Schraffuren wiedergeben. Das Wappen wurde am 8.Juli 1997 vom brandenburgischen Ministerium des Innern bestätigt. Die amtlich festgelegte und somit verbindliche Wappenbeschreibung lautet: Unter silbernem Schildhaupt im Kreuzzinnenschnitt in Grün drei fächerförmige goldene Ähren